Brut IPA Rezept zum selber brauen

Wer sich in den vergangenen Jahren mit Craft Beer oder dem Hobbybrauen beschäftigt hat ist kaum um einen neuen Bier Stil herum gekommen, das NEIPA! New England IPA, North Eastern IPA oder im Mittleren Westen als Milkshake IPA gebraut hat es mitlerweile auch Deutschland erreicht. NEIPA ist extrem malzbetont und kombiniert diese volle Süße mit unglaublich viel Hopfenarome, aber so gut wie keiner Bitterung. Vielfach wird es als „Hopfen Saft“ bezeichnet, und das trifft es ganz gut. Ich stehe zwar total auf Hopfen aber NEIPAs mag ich gar nicht. Klar kriegt man die colle Hopfearome-Dröhnung aber ich komm mir immer so vor, als hätte ich eine Flasche des neuen „Punica Simcoe“ aufgemacht. Absolut nicht mein Ding.

Ich war vor ein paar Wochen in Kalifornien, San Jose. Natürlich habe ich etliche kleine Brauereien vor ort besucht und auch das Original Gravity Public House. Dort bin ich auf ein „Brut IPA“ aufmerksam geworden. Also „Brut“, so wie auch besonders trockene Champagner bezeichnet werden. Auf das Bier angesprochen fragte mich das Mädel hinter der Bar sofort ob ich auf NEIPAs stehe. Auf mein lachendes „Nein“ liess sie einfach wortlos einen Taster des Brut IPA laufen, ich nahm einen Schluck und wäre fast vom Hocker gefallen.

Unglaublich trocken, aber kaum Bitter aber voller Hopfenarome. Kaum bis keine wahrnehmbarer Malzkörper. Für mich unglaublich trinkbar.

Wie sich herausstellte, hat letztes Jahr der Braumeister der Social Kitchen and Brewery in San Diego (wo sonst) wohl als erster diesen Stil kreirt. Quasi als Antwort der Westcoast an das New England IPA. Und wie ich die Kultur an der Westküste der USA auch viel leiber Mag als die Ostküste finde ich auch das Brut IPA viel, viel besser als das NEIPA. Also… Auch besser als so einige andere Bier Stile. Ich finds richtig geil!

Das wohl wichtigste Merkmal des Brut IPA ist, wie extrem trocken es ist. Also nicht bitter, sondern einfach wahnsinnig trocken und mit fast nicht wahrnehmbarem Body. tatsächlich wird es ähnlich wenig gebittert wie das NEIPA. Und ebenso wie das NEIPA wird es mit viel Aromahopfen versehen und mit geradezu wahnsinnigen Mengen Hopfen-gestopft.

Das Trockene wird beim Brut IPA durch ein Enzym namens Amyloglucosidase erreicht, das wärend des Maischens die Stärkemoleküle, die den Zucker bilden auftrennt und die bei der Fermentation einfacher für die Hefe-Pilze zu verarbeiten sind. Tatsächlich erreichen diese Biere eine finale Gravity von 1.000.

Ich habe mir nun dieses Enzym besorgt und damit ein Brut IPA Rezept umgesetzt, das ich Euch im folgenden vorstelle.

Für 19 Liter Bier:

Target OG: 1,053 SG
Target FG: 1,000 SG
IBU 42
7,3 EBC

4,200 kg of Best Pilsener
400 g Flaked Corn

„Flaked Corn“ ist gewaltzer Mais. Nicht zu verwechseln mit „Corn Flakes“, die sind zum Bier brauen VOLLKOMMEN ungeeignet!

2 ml Amylase Konzentrat (oder nach Anleitung auf dem verwendeten Mittel)

Bei Temperaturen über 62ºC zersetzt sich das Enzym, es muss also nach dem Maischen aber bei niedrigeren Temepraturen wirken.
Ich maische für 60 Minuten bei 66º, dann für 10 Minuten bei 73º und maische bei 78º ab. Danachs senke ich die Temepratur auf 60º, gebe 4ml des Enzyms in ein bissl Wasser gelöst und lasse es für 60 Minuten wirken ohne weiter zu heizen.

Abmaischen mit Nachguss bei 78ºC.

Kochen für 60 Minuten.

Hopfengaben:
25g Chinook bei 30 Minuten
Halber Teelöffel „Yeast Nutrient“ bei 10 Minuten
40g Mosaic für 20 Minuten im Hopstand bei 80ºC
200g Mosaic als „Dry Hop“ wenn die finale Gravity erreicht ist
Noch mal ein halber Teelöffel Yeast Nutrient bei etwa der Hälfte der Fermentation. Anscheinend braucht die Hefe diese Nahrung bei den kurzen Stärke-Molekülen

1 Päckchen US-05